Montessori Kinderhaus Salzburg - Aigen, Gyllenstormstraße 1, 5026 Salzburg, Tel.: 0699/14173366, montessori@gmx.at

MONTESSORI PÄDAGOGIK

Wer war Dr. Maria Montessori?

Dr. Maria Montessori (1870 Italien - 1952 Niederlande) war eine italienische Ärztin, Reformpädagogin, Philosophin und Philanthropin, sie entwickelte die Montessoripädagogik.

Was macht die Montessori Pädagogik aus?

Montessoripädagogik bedeutet, Kinder in ihrer Persönlichkeit zu respektieren, ihnen achtsam zu begegnen und sie auf ihrem Entwicklungsweg liebevoll und hilfsbereit zu begleiten. Die Würde des Kindes ist dabei von großer Bedeutung.

Einige Vokabel:


Der absorbierende Geist
Die Phase des Ersten Kindheitsstadiums (0-6 Jahre) ist laut Montessori die wichtigste Zeit des Lebens, da sich in dieser Zeit die Persönlichkeit und Fähigkeiten des Kindes formen. Montessori versteht die ersten sechs Lebensjahre des Kindes als eine zweite embryonale Wachstumsphase, in der sich Geist und Psyche des Kindes entwickeln. Während ein Erwachsener bestimmte Umweltreize filtern kann, absorbiert ein Kind seine Umwelt, diese wird Teil der Persönlichkeit des Kindes. Montessori nennt dieses Phänomen den absorbierenden Geist.
Die sensiblen Perioden und die Polarisation der Aufmerksamkeit
In seiner Entwicklung durchläuft das Kind so genannte "sensible" oder "sensitive Perioden". In solchen Phasen ist das Kind in besonderer Weise empfänglich für bestimmte Anreize aus der Umwelt, z. B. im Zusammenhang mit Bewegung, Sprache oder sozialen Aspekten. Findet das Kind während einer sensiblen Phase eine Beschäftigung, die genau seine Bedürfnisse anspricht, so ist es zu einer tiefen Konzentration fähig, die als Polarisation der Aufmerksamkeit bezeichnet wird. In einer solchen Phase tiefer Konzentration lässt sich das Kind nicht von anderen Reizen ablenken, es durchläuft einen Erkenntnisprozess, der nicht nur sein Denken, sondern, laut Montessori, seine gesamte Persönlichkeitsentwicklung positiv beeinflusst. Montessori prägt für diesen Prozess den Begriff der "Normalisation", d.h. dem Wiederherstellen der wahren positiven Möglichkeiten, über die das Kind von Natur aus verfügt, die aber bei einer unangemessenen Behandlung durch die Erwachsenenwelt verbogen werden ("Deviationen").

Mit allen Sinnen lernen und begreifen
Entscheidend für die Entwicklung von Montessoris Pädagogik und Lehrmaterialien ist die Beobachtung, dass eine der wichtigsten sensiblen Phasen jedes Kindes jene der "Verfeinerung der Sinne" ist. Jedes Kind hat einen natürlichen Drang, alles zu berühren, zu riechen und zu schmecken. Montessori leitet aus dieser Beobachtung ihre Erkenntnis ab, dass der Zugang zum kindlichen Denken nicht auf abstraktem Wege, sondern grundsätzlich über die Sinne des Kindes erfolgt. Greifen und Begreifen werden zur Einheit im Lernprozess.
Aufbauend auf dieser Erkenntnis entwickelt Montessori ihre Lehrmaterialien, die grundsätzlich immer die kindlichen Sinne ansprechen. Ihr mathematisches Material beispielsweise erlaubt dem Kind, durch Berühren und Halten einer Perle sowie eines Blocks aus 1000 Perlen einen sinnlichen Eindruck der mathematischen Größen 1 oder 1000 zu bekommen, lange bevor das Kind ein abstraktes Verständnis für Zahlen dieser Größe entwickelt.

Die vorbereitete Umgebung
Die vorbereitete Umgebung ist ein wichtiger Bestandteil der Montessoripädagogik. Ohne diese kann Montessoripädagogik nicht funktionieren. Die vorbereitete Umgebung dient dazu, dem Kind die Möglichkeit zu geben, sich nach und nach vom Erwachsenen zu lösen und von ihm unabhängig zu werden. Die Umgebung ist schön gestaltet und lädt zum behutsamen Umgang mit verschiedenen Materialien ein - so wird in Kinderhäusern z. B. zerbrechliches Porzellan verwendet. Das Kind soll dadurch Geschicklichkeit und Wertschätzung für die Dinge erlernen. Das Material steht frei in Augenhöhe der Kinder im Regal. Das Material besitzt Aufforderungscharakter. Jedes Material ist nur einmal da. Die Kinder sollen damit soziales Verhalten durch Rücksichtnahme auf andere Kinder erlernen.
Die Rolle des Erwachsenen in der Montessoripädagogik
Vom Moment seiner Geburt strebt das Kind nach Freiheit und Unabhängigkeit vom Erwachsenen. Montessori beschreibt diesen Prozess als ein biologisches Grundgesetz menschlichen Lebens. In diesem Prozess kann der Erwachsene zum Verbündeten des Kindes werden und dem Kind eine Umgebung bereiten, die auf die Bedürfnisse und den Lernhunger des Kindes ausgerichtet ist. Das Selbstverständnis des Erwachsenen in der Montessoripädagogik ist das eines Helfers, der dem Kind den Weg zur Selbstständigkeit ebnet, gemäß Montessoris Leitwort "Hilf mir, es selbst zu tun". Der Prozess des Lernens und der Erkenntnis geschieht im Kind; das Kind ist sein eigener Lehrer. Der Erwachsene muss lernen, das Kind zum Lernen hinzuführen, um sich dann zurückzunehmen und letztlich als Beobachter den kindlichen Erkenntnisprozess zu begleiten.
Da jedes Kind individuell sensible Phasen durchläuft, ist der Lehrplan in einem Montessori Kinderhaus oder einer Montessori Schule auf das individuelle Kind ausgerichtet. Die Betreuerin/der Betreuer ist geschult, sensible Phasen des Kindes zu erkennen und das Kind zu Aktivitäten hinzuführen, die sein Interesse wecken sollten. Grundsätzlich hat aber das Kind die Freiheit, sich seine Arbeit selber auszusuchen.

Montessoripädagogik bei uns im Kinderhaus


Entsprechend den Grundlagen der Montessoripädagogik legen wir großen Wert darauf, die Kinder in ihrem selbstständigen Handeln zu unterstützen. Wir haben Zeit für ihre Versuche, Übungen und Lernprozesse. Wir nehmen ihnen ihre Aufgaben nicht ab, wir lassen sie damit aber auch nicht alleine. Wir helfen und unterstützen auf einem Weg zur Selbstständigkeit.

Wir leben eine respektvolle Haltung und einen achtsamen Umgang mit dem Kind.

In der Vorbereitung und Gestaltung der Räumlichkeiten achten wir darauf, eine nachvollziehbare Ordnung zu schaffen. Übungs- und Arbeitsmaterialien für die Kinder sind in offenen Regalen, nach Themen sortiert, in Kinderhöhe vorzufinden.
Die Materialien haben Aufforderungscharakter. Wir achten darauf, dass beschädigte Materialien oder Übungen, bei denen Teile fehlen, aussortiert und in Folge erneuert werden.
Selbstverständlich entsprechen auch Möbel wie Tische und Stühle und die Einrichtung in den Waschräumen wie Waschbecken und Toiletten der Körpergröße der Kinder.

Wir verwenden im Kinderhaus sowohl für die Übungen des praktischen Lebens am Arbeitsteppich oder Arbeitstisch als auch für den täglichen Gebrauch Porzellan und Glas sowie Besteck aus Edelstahl.

Begeistert von den Montessori-Materialien bieten wir den Kindern ein reiches Angebot dieser Materialien aus allen Bereichen an, sodass sie mit allen Sinnen lernen, kennen lernen, üben, erfahren und durch Greifen begreifen dürfen, was sie in ihrer jeweiligen sensiblen Phase gerade beschäftigt oder interessiert.

Wir sind uns unserer Vorbildwirkung, was unseren sozialen Umgang miteinander, die Ordnung und Struktur, die Ruhe und die Zeit, die wir für einander haben, bewusst. Wir schaffen eine Atmosphäre von Achtung, Respekt und Würde, Ruhe und konzentrierter Arbeit, weil wir es als wichtig erachten.